Donnerstag, 14. Februar 2013

Frage: Was bedeutet der MMM* für euch?

Entschuldigt, ich bin spät dran mit der Beantwortung der Frage. Aber sie ist mir doch sehr wichtig, so dass ich es hiermit nachreiche.

Und ich hole etwas aus ...

Das erste Mal habe ich bei Lucy was über den MMM* gelesen, und zwar diesen Beitrag. Ich war amüsiert über den Text und schwer begeistert vom Rock. (der fehlt noch immer in meinem Schrank, das Buch besitze ich mittlerweile) Begeistert auch, dass ich endlich meine "alte Liebe", das Handarbeiten in so schöner, amüsanter und inspirierenden Zusammenhang sah.

Handarbeiten hat mir meine Mutter wohl in die Wiege gelegt.
Ich habe noch Bilder von ihr vor Augen, wo sie sonntags stundenlang im Garten saß und alle anderen um sie herumwirbelten, sie jedoch mit einer Gelassenheit häkelte.
Nähen habe ich von ihr gelernt. Auch wenn ich eine Technik noch nicht beherrsche, habe ich irgendwie das Bild vor Augen, wie sie das irgendwann einmal gemacht hat und ich es mit einem Seitenblick wahrgenommen habe.
In der Schule konnte ich glücklicherweise meine schlechteren Noten mit dem Fach "Handarbeit", an dem ausschliesslich Mädchen teilnahmen, ausgleichen. Wir haben zwar grauenvolle Modelle gearbeitet (die von der Lehrerin ausgewählt wurden, da durfte keine aus der Reihe tanzen) mir ging es jedoch leicht von der Hand und ich war immer sehr gut darin.
Meine Barbies besaßen an Kleidung so ziemlich alles und bei meiner Mutter steht noch meine batteriebetriebene Kindernähmaschine aus den Siebzigern. Vieles habe ich aber von Hand genäht,  gehäkelt oder gestrickt.

Später, in Studium und Beruf hatte ich dann weniger Zeit und weniger die Muse mir selber etwas zu nähen oder stricken. Vor allem aber hatte ich nicht das Umfeld, in dem so etwas wertgeschätzt wurde. Geschweige denn jemand, mit dem ich meine Liebe teilen konnte und von dem ich etwas lernen konnte. Im Job, damals war ich bekennende Hosenträgerin, habe ich mir ab und zu eine Hose genäht, hatte aber niemanden mit dem ich meine Leidenschaft in irgendeiner Weise teilen konnte.

Eine Zeitlang  liess ich mir von einer jüngeren Frau die Haare schneiden, die ihren Friseurkittel ziemlich skurril mit verschiedenen Motiven wild bestickt hatte. (beispielweise Totenköpfen)
Sie erzählte, dass sie als Kind in der Schweiz regelmässig mit anderen Mädchen zum handarbeiten getroffen hat. Der Ausspruch "Weil es sonst nichts gab ..." stimmt warscheinlich nicht ganz, so alt bin ich / sind wir auch wieder nicht.
Die Idee, sich in einer Runde zu treffen und handarbeiten zu machen, fand ich aber toll.
Sehr gut gefallen hat mir aber damals ihr Kittel. Letzten Endes sind die Geschmäcker verschieden, aber er war was Besonderes. Er war ein Statement. Und die Stickereien darauf erzählten eine Geschichte.

Vor ein paar Jahren habe ich im Netz in den ersten Handarbeitsblogs gelesen, unter anderem eben auch Lucys und Catherines. Und dadurch dem MMM* entdeckt.

Der MMM* ist für mich mittlerweile ein Ritual.
Mich mittwochs besonders gut und individuell anzuziehen hebt auch den Schnitt der ganzen Woche etwas an.

Der MMM* ist für mich ein Ansporn, ein Miteinander mit den anderen Teilnehmerinnen. Es ist mir zur Selbstverständlichkeit geworden, Kleidung für mich zu nähen und diese gerne zu tragen. Beim Nähen gleich ans nächste Teil zu denken. Mich technisch zu verbessern und meinen Stil wieder zu finden und diesen weiterzuspinnen. Gute Kleidung aus guten Materialien zu tragen, die mir entspricht und zu mir passt.
 
Ich finde es einfach nur toll!!!
 - und gebe Geld nur noch für Material, Hefte/ Bücher und Schuhe - anstatt Kaufkleidung - aus.

All das wollte ich schon immer mal loswerden!
Und den Macherinnen des MMM* -Blogs ein dickes Lob aussprechen. Besonders natürlich Catherine, die den Stein ins Rollen brachte!!!




Kommentare:

  1. Ach so kam das? So eine schöne Handarbeitsgeschichte!

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  2. jetzt bin ich ein bisschen gerührt und wieder froh ins bloggerland gekommen zu sein:):):)
    grüße hinterher

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